90.000er-Inspektion und Ölwechsel waren fällig. VW hat sich wegen des Abgasskandals bei mir gemeldet. Ich habe neue Sommerreifen montieren lassen.

Langzeittest VW Tiguan
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90.000er-Inspektion und Ölwechsel waren fällig. VW hat sich wegen des Abgasskandals bei mir gemeldet. Ich habe neue Sommerreifen montieren lassen.


Die neuen Sommerreifen. Inspektion und Ölwechsel

Kilometer: 89.738.

Beim Kilometerstand von 89.738 gab ich mein Auto zur Inspektion ab. Die Multifunktionsanzeige hatte schon einige Zeit gesagt, dass ich "jetzt" zur Inspektion sollte. Dass das Auto nicht bis zum Tachostand von 90.000 warten wollte, hängt damit zusammen, dass ich etwas vor 60.000 die letzte Inspektion machen lassen hatte und dann rechnet der Bordcomputer stur die 30.000 Kilometer hoch.

Wer sich jetzt wundert, weil er gehört oder gelesen hat, dass der Tiguan den Wunsch nach Inspektion und Ölwechsel flexibel ermitteln kann, hat Recht. Ich hatte aber bei knapp 5.000 Kilometern einen freiwilligen Ölwechsel eingelegt. Dabei hatte die Werkstatt den Zähler außer der Reihe zurückgestellt und in diesem Fall besagt die Bedienungsanleitung, dass der Computer dann stur feste Intervalle berücksichtigt.

Ich hatte die Inspektion daher unmittelbar nach meiner Reise (siehe Bericht vom Mai 2016) rechtzeitig angemeldet, aber die Terminplanung der Werkstatt führte dazu, dass ich einige 100 Kilometer überzog und damit noch näher an die 90.000 herankam. Das war mir Recht.

Bei der Anmeldung gab ich an, dass die Fahrertür wieder hängt (siehe ebenfalls mein Bericht vom Mai 2016) und das wurde notiert.

Pünktlich morgens um 7:30 Uhr gab ich den Wagen ab und der Meister schaute gemeinsam mit mir alles erst einmal auf der Bühne durch. Ich muss sagen, dass ich ziemlich beeindruckt davon bin, wie super der Wagen von unten aussieht. Man sieht ihm die 90.000 Kilometer überhaupt nicht an. Das Auspuffrohr weist gesprenkelten Rost auf, aber das sieht völlig harmlos aus und der Meister beruhigte mich, dass diese Flecken nicht zunehmen würden.

Ich wies ihn auch noch einmal auf die hängende Fahrertür hin und sagte ihm, dass ich mich wunderte, dass die zwei Monate nach der letzten Justierung erneut hängen würde. Er wollte sich das genau ansehen.

Als er die Abholung für 16 Uhr ansetzen wollte, weil das so in seinem Auftrag stand, da musste ich etwas mit ihm verhandeln, denn ich wollte mein Auto schon mittags zurückhaben, weil ich weg wollte. Wir einigten uns auf 13 Uhr.

Als ich kurz vor 13 Uhr anrief, war er noch zur Pause und man versicherte mir, er würde sofort zurückrufen, wenn er um 13 Uhr käme. Das tat er aber nicht. Als ich dann um 13:45 Uhr noch einmal anrief, war der Wagen gerade fertig geworden. Also holte ich ihn ab und stellte als erstes fest, dass an der Tür nichts gemacht worden war. Dann sah ich auch, dass die versprochene Innenraumreinigung nicht stattgefunden hatte, die aber auf der Rechnung als erledigt vermerkt war. Meine Reklamation der Tür war dem Meister sichtlich peinlich, zumal er weiß, dass ich alles im Langzeittest berichte. Ich hatte aber keine Zeit, das jetzt noch machen zu lassen und wir vereinbarten, dass ich ihn anrufen und dann sofort vorbeikommen könne.

Das tat ich auch am nächsten Tag. Die Sache dauerte auch nur wenige Minuten, aber für ihn war es auch neu, dass sich die Tür schon nach so kurzer Zeit wieder gesetzt hatte. Er hatte schon mehrere hängende Türen gehabt, aber so schnell wären die Leute nach der Korrektur noch nie wieder da gewesen. Er meinte, dass beim letzten Mal die Tür vielleicht nicht richtig angehoben worden war, als sie korrigiert wurde. Das konnte ich bestätigen, denn der damalig diensthabende Werkstattmeister hatte die gelockerte Schraube nur kurz angezogen (siehe mein Bericht vom März 2016).

Die nicht durchgeführte Innenreinigung habe ich nicht angesprochen, denn das war mir nicht wichtig, weil ich das Auto nach der Reise selbst schon gereinigt hatte und dieser Posten ohnehin kostenlos gewesen wäre.

Die Rechnung, die im nächsten Bild zu sehen ist, habe ich eingescannt und neu zusammengesetzt und alles Überflüssige weggelassen, damit sie bei dieser Bildgröße überhaupt noch lesbar ist. Alle Positionen und Preise sind aufgeführt, die Codes sind weggeschnitten und die Verwaltungsdaten auch. Die originale Rechnung des Autohauses sieht natürlich professionell und perfekt aus.

Inspektionskosten.
Dies sind die Kosten der 90.000er Inspektion. Das bedeutet, dass ich für diese Routine-Werkstattkosten 1,23 Cent/Kilometer ansetzen muss.

Neues vom Abgasskandal

Am 2. Juni erhielt ich von meinem Autohaus Knabe einen Brief, der bereits am 19. Mai geschrieben worden war. Es ging um die Umrüstung der Motoren der Baureihe EA 198. In diesem Schreiben teilte man mir mit, dass sich entschuldigen sollte, wer einen Fehler gemacht hat und dass Volkswagen dies in der Vergangenheit mehrfach öffentlich getan hätte. Weiter teilte man mir mit, dass VW zur Wiedererlangung des Vertrauens Lösungen erarbeitet hätte und dass man bereits erfolgreich begonnen hätte, die Umrüstungen vorzunehmen. Die Kosten würden natürlich von VW übernommen und natürlich wären die Fahrzeuge auch ohne die Umrüstung technisch sicher und fahrbereit. Weitere Informationen sollte ich dem beigefügten Volkswagen-Infoletter entnehmen, ganz unabhängig davon, ob mein Fahrzeug betroffen wäre oder nicht.

Der "Infoletter" enthält eine allgemeine Darstellung der geplanten Maßnahmen und die Aussage, dass man mit der Umrüstung bereits erfolgreich begonnen hätte und dass dabei keine Veränderungen der Leistungsdaten, der Geräuschemissionen, der Steuereinstufung oder der Verbrauchswerte bei der vorgeschriebenen NEFZ-Messung festzustellen wären. Nicht gesagt wird, dass die Umrüstung beim Amarok begonnen wurde und dass sich sehr wohl Probleme zeigten, die den gesamten Plan geändert hatten.

Der gesamte Brief ist der Versuch, Kontakt zu den Kunden zu halten und ihnen vorzugaukeln, dass VW alles im Griff hätte, alles nach Plan liefe und dass man wieder zum Tagesgeschäft übergehen könne.

Ich hoffe sehr, dass dies so einfach nicht gehen wird, und dass wir als Kunden den Autoherstellern klar machen können, so nicht mit uns umgehen zu lassen. Interessant ist in diesem Zusammenhang das Gerichtsurteil des Landgerichts München unter dem Aktenzeichen 23 O 23033/15, auf das die AutoBild in ihrer Nr. 22 vom 3. Juni 2016 hinwies. Hier ging es um die Kaufrückabwicklung eines SEAT Ibiza 1,6 TDI wegen "arglistiger Täuschung". Der Seat-Händler ist allerdings in Berufung gegangen. Wer wegen "arglistiger Täuschung" klagen will, der muss allerdings an die Verjährungsfrist denken, die laut AutoBild im September 2016 abläuft.

Ich bin der Meinung, dass durch diesen Groß-Skandal, der zumindest fast alle Autohersteller betrifft, das europäische System der Akkreditierung und Zertifizierung von Prüfstellen und Labors in Frage gestellt wird. Innerhalb dieses Systems werden sowohl die öffentlichen Prüfstellen als auch die privaten Labors der Hersteller und die jeweiligen Prüfergebnisse anerkannt und nicht mehr in Frage gestellt. Alle Registrierungsstellen müssen sich darauf verlassen und darum prüft das Kraftfahrtbundesamt zum Bespiel bei der Zulassung der Fahrzeuge nicht jedes Fahrzeug bzw. jeden Motor selbst nach. Das kann nicht so bleiben! Der Skandal hat nachgewiesen, dass es nicht sinnvoll ist, ein auf Vertrauen basierendes System in diesem Umfang aufrecht zu erhalten. Die innerhalb des Systems vorgesehenen Kontrollen und Korrekturverfahren sind nicht ausreichend. Wer mit diesen Systemen viel zu tun hat, kennt die Schwächen und Möglichkeiten des Betrugs.

Es geht weiter

Am 7. Juni brachte Spiegel-Online die Meldung, dass VW die Freigabe vom Kraftfahrtbundesamt erhalten hat, den Caddy und den Tiguan zu korrigieren. Nach dieser Meldung sollen die betroffenen Kunden nun konkrete Termine erhalten. Ich bin gespannt, vor allem auf das Ergebnis. Ich hatte im Dezember die Leistung meines Tigers messen lassen (siehe meinen Bericht vom Dezember 2015). Diese Messung werde ich wiederholen, wenn die neue Software installiert sein wird.

Neue Sommerreifen

Kilometer: 90.038.

Wie ich in meinem Bericht vom März 2016 bereits ankündigte, habe ich dem Tiger neue Sommerreifen verpasst. Die alten Reifen waren jetzt an der Vorderachse fast auf das Limit heruntergefahren. Sie haben nun 54.000 Kilometer hinter sich. An der Hinterachse waren sie noch brauchbar, aber ich habe alle vier ersetzt.

Ich habe Dunlop Sport Fast Response 215/65 R 1695H gewählt. Leider hatte der ADAC Reifen für SUV vor vier Jahren getestet und ich denke, dass in dieser Zeit die Reifenbeschaffenheit bestimmt verändert wurde. So zog ich zur Orientierung auch den Reifentest von 205er Reifen heran, die ansonsten die gleichen Abmessungen hatten, aber im letzten Jahr getestet wurden.

Die neuen Sommerreifen.
Die neuen Sommerreifen.

Preis und Verfügbarkeit bei meinem Händler gaben schließlich den Ausschlag für diesen Reifen, der glücklicherweise auch einer der leisesten in diesem Test war. Er ist wirklich leise und ich bin damit zufrieden. Ich hatte auf meinem vorigen Auto einmal einen lauten Reifen und den habe ich wirklich zu hassen gelernt. Ich war sehr froh, als ich ihn endlich abgefahren hatte.

Wie das nachstehende Label zeigt, ist der Spritverbrauch nicht zu hoch. Der Reifen gehört in die Kategorie B. Gemäß Test gehörte er im Testfeld zu den besten in dieser Kategorie.

Reifenetikett.
Das Reifenetikett weist ihn als leisen Reifen aus, der relativ wenig Sprit verbraucht. Die Fahrpraxis bestätigt das.

Bezahlt habe ich für die vier Reifen einschließlich Montage und Entsorgung der Altreifen 372 Euro.

Dieselverbrauch

Kilometer: 92.000.

In Erwartung der Umprogrammierung meines Motors hatte ich in meinem Bericht vom Dezember 2015 eine Grafik mit den Verbräuchen gezeigt, die für jeweils 10.000 Kilometer kumuliert waren. In meinem Bericht vom Februar 2016 hatte ich dann eine eingehendere Interpretation dieser Grafik gegeben, die eine Tabelle einschloss, in der die 10.000-Kilometer-Etappen auch zeitlich aufgeschlüsselt waren. Man konnte also erkennen, in welcher Jahreszeit diese Etappen zurückgelegt wurden. Der Grund für diese Betrachtung war, dass ich hoffe, nach etwa 10.000 Kilometern erkennen zu können, ob die Umprogrammierung einen Mehrverbrauch verursacht oder nicht.

Da inzwischen wieder eine 10.000er-Etappe abgeschlossen ist, zeige ich die Tabelle noch einmal und ergänze sie um die letzten Werte.

Verbrauch in 10.000-Kilometer-Etappen
Etappe Fahrstrecke in Kilometern Datumsbereich Verbrauch
1 0 – 9.638 04.03.2014 – 26.05.2014 7,7
2 9.638 – 19.304 26.05.2014 – 16.08.2014 8,2
3 19.304 – 29.699 16.08.2014 – 25.10.2014 6,9
4 29.699 – 39.651 25.10.2014 – 09.02.2015 7,2
5 39.651 – 49.846 09.02.2015 – 16.05.2015 7,2
6 49.846 – 59.908 16.05.2015 – 23.08.2015 7,2
7 59.908 – 69.524 23.08.2015 – 30.10.2015 7,0
8 69.524 – 78.949 30.10.2015 – 29.02.2016 7,4
9 79.667 – 89.791 12.03.2016 – 01.06.2016 7,0

Zum Verständnis der Angaben für die zweite Etappe müssen Sie bitte meinen Bericht vom Mai 2015 lesen, in dem ich von einer verrückten Anhängerfahrt erzähle.

Ansonsten ist der Verbrauch ohne Überraschung und liegt über 92.000 Kilometer kumuliert bei 7,3 Liter/100 Kilometer, wie die nachstehende Grafik zeigt.

Kumulierter Dieselverbrauch seit Übernahme des Fahrzeugs.
Die Grafik zeigt den kumulierten Dieselverbrauch über 92.000 Kilometer.

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