Nutzungsstatistik Mai 2015. Nutzung Elektromobil Peugeot iOn im Carsharing Flinkster. Rekuperationsstufen. 20.000-Kilometer-Wartung bei der Firma Nau in Marburg. Rücksetzung ECO Monitor zur Fahreffizienzbewertung. Motorölverbrauch bisher rund 0,15 l/20.000 km.

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Nutzungsstatistik Mai 2015. Nutzung Elektromobil Peugeot iOn im Carsharing Flinkster. Rekuperationsstufen. 20.000-Kilometer-Wartung bei der Firma Nau in Marburg. Rücksetzung ECO Monitor zur Fahreffizienzbewertung. Motorölverbrauch bisher rund 0,15 l/20.000 km.


Die Erinnerung zur Wartung. Statistik Mai 2015

In diesem Monat legte ich mit meinem Wagen etwa 2.770 km störungsfrei zurück, der errechnete Durchschnittsverbrauch betrug, bezogen auf die etwa 121 Liter verbrauchten E5 Treibstoff, 4,38 l/100 km bzw. 102 g/km CO2. Mit diesem Verbrauch unterbiete ich erstmalig die Werksangabe deutlich. Honda spezifiziert 4,4 l/100 km bei außerstädtischem Betrieb, 4,6 l/100 km in der Stadt und 4,5 l/100 km gemittelt, 104 g/km CO2 definieren die KFZ-Steuer. Eine Verbrauchsberechnung anhand einer einzelnen Tankfüllung kann niemals präzise sein, da der Füllstand der Betankung unterschiedlich sein wird. Mein Verbrauch resultiert aus mehreren Betankungen, ich bin mit dem erzielten Wert sehr zufrieden, so hatte ich mir das auch beim Kauf des Wagens vorgestellt.

Nach der Urlaubsfahrt von Mitte bis Ende April kehrte nun wieder der Alltag ein, ich befuhr wieder die üblichen Strecken, war also hautsächlich Langstreckenpendler, mit defensiver Fahrweise und ohne Last.

Der Wagen fuhr weiterhin unauffällig und zuverlässig, zu meiner vollsten Zufriedenheit, so blickte ich dem bald anstehenden Service entgegen, doch dazu später mehr.

"Erfahrungen" mit einem Elektromobil Peugeot iOn im DB Flinkster CarSharing

Verehrte Leser/-innen, vielleicht folgen Sie diesen Beiträgen aus Interesse an alternativen Antrieben, blicken etwas über die Grenzen des Honda Jazz Hybrid hinaus. Sollte dem so sein, ist dieses Kapitel vielleicht für Sie interessant, oder gar eine Anregung, selbst einmal rein elektrisch zu fahren. Sollten rein elektrische Antriebe und ein Einblick in das CarSharing für Sie nicht interessant sein, überspringen Sie dieses Kapitel gerne.

Elektromobil Peugeot iOn im DB Flinkster CarSharing.
Peugeot iOn im DB Flinkster CarSharing.

Seit geraumer Zeit bin ich, neben meinem eigenen Wagen, auch Inhaber einer BahnCard und Nutzer des CarSharing der Bahn, es nennt sich Flinkster. Während die BahnCard mit Festkosten verbunden ist, also der Jahresgebühr, fallen für das CarSharing keine Grundkosten an, zu bezahlen sind lediglich die Nutzungsgebühren, die aus einem Zeitpreis und einem Kilometerpreis resultieren.

Die Anmeldung an das CarSharing der Bahn ist für Inhaber der BahnCard kostenfrei, während die BahnCard aber keine Voraussetzung für das Flinkster CarSharing ist, jedoch ist dann eine "Aufnahmegebühr" zu bezahlen, die auch die Prüfung der Personalien und des Führerscheins beinhaltet.

Nun gut, dies als Randinformation, andere CarSharing-Anbieter werden ähnlich arbeiten und viele sind bundesweit aufgestellt. Ich verwende das CarSharing gelegentlich auf Reisen, schon deshalb kommt für mich nur ein überregionaler Anbieter in Frage, ich persönlich bin mit dem Angebot der Bahn sehr zufrieden und kann es ehrlich empfehlen.

In der zweiten Woche des Monats ergab es sich, dass ich in Frankfurt am Main einen Wagen benötigte und daher bei Flinkster reservierte. Am Hauptbahnhof gibt es ein Elektroauto, den Peugeot iOn, wie auch einen Opel Ampera, der als Verbrenner und auf mittleren Strecken auch rein elektrisch gefahren werden kann.

Elektroauto Peugeot iOn.
Elektroauto Peugeot iOn.

Den Opel Ampera habe ich noch nicht gefahren, den Peugeot iOn hingegen wiederholt, wie auch einmal vor Jahren den Mitsubishi i-MiEV, auf dessen Basis der Peugeot iOn aufbaut, wie auch das weitere Schwestermodell Citroën C-Zero. Mitsubishi ist der Hersteller des Wagens und baut sie auch alle drei, mit kleinen Änderungen für Peugeot und Citroën. Rein äußerlich sind die Unterschiede recht gering, gravierend jedoch unterscheiden sich Peugeot und Citroën von Mitsubishi durch eine deutlich vereinfachte Schaltung.

Instrumententafel des Peugeot iOn.
Armaturenbrett, Lenkrad, Navi — Peugeot iOn.

Während der Fahrstufen-Wählhebel bei Peugeot und Citroën nur die klassischen Stufen P, R, N und D kennt, ergänzt Mitsubishi die Fahrstufe D noch um die Stufen Eco und B. In der Fahrstufe "D" wird eine mittlere Rekuperation gesteuert, also die Ladung des Akkus im Schiebebetrieb, eine Funktion, die auch jeder Hybrid Wagen als Herzstück besitzt. Ergänzend hat der Mitsubishi i-MiEV noch eine stärkere und eine leichtere Rekuperationsstufe, beispielsweise für bergab Fahrten.

Doch welchen Vorteil versprechen verschiedene Rekuperationsstufen? Nun, rollen Sie auf eine rote Ampel zu, möchten Sie moderat verzögern und einen Teil der Bremsenergie im Akku aufnehmen, fahren Sie steil bergab, könnte die Rekuperation deutlich stärker den Akku laden, ohne Einbeziehung der Bremsen, die die Bewegungsenergie lediglich in Wärme umsetzen, leider aber nicht in Strom.

Der Ansatz von Mitsubishi macht durchaus Sinn, ich unterstelle jedoch auch, dass nicht einzig Kostengründe bei Peugeot und Citroën dafür sprachen, die Schaltung zu vereinfachen, sich mit einer Fahrstufe zu begnügen. Die wenigsten Fahrer werden Gebrauch von dieser individuellen Steuerung machen, so unterstelle ich es.

Der Honda Jazz Hybrid besitzt ergänzend zur Fahrstufe "D" noch die Fahrstufe "S", ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass jemand in einem solchen Hybrid-Wagen Gebrauch davon machen wird. Die abschaltbare ECON-Funktion macht Sinn, denn dadurch wird die Motorleistung gesteigert und die Getriebeübersetzung leicht verkürzt, was in speziellen Fahrsituationen durchaus Sinn ergeben kann, auch wenn ich bisher darauf verzichten konnte und es auch weiterhin so halten möchte.

Zurück zum Peugeot iOn, ich hatte ihn also wieder gebucht, mag ihn sehr, so war er vor dem Kauf des Honda Jazz Hybrid auch in der engsten Wahl, er hätte es werden können, noch vor dem Toyota Yaris Hybrid.

Man sollte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen, so lässt sich ein solches Elektroauto auch nicht mit einem Hybrid vergleichen, ich tat es dennoch und tue es auch weiterhin, wäge aber die Besonderheiten beider Konzepte ab, wobei nur der Hybrid nahezu uneingeschränkt nutzbar ist, während ein Elektromobil relativ häufig relativ lange Ladezeiten beansprucht. Eine schnelle Ladung ist an speziellen und sehr seltenen Ladesäulen möglich, belastet aber den Akku stark und verkürzt dessen Lebensdauer.

Etwa 80 Kilometer Fahrstrecke hatte ich geplant, so entschied ich mich wieder für den Peugeot iOn, der zwar etwas mehr Mietpreis kostet, im Vergleich zu anderen herkömmlichen Kleinwagen, mich dafür technisch aber sehr anspricht und sich extrem komfortabel fährt.

Ich fand den Wagen zur reservierten Zeit am Hauptbahnhof Frankfurt vor, er hat dort einen reservierten Parkplatz, auf dem er nach der Nutzung auch wieder abzustellen ist. Mit meiner Kundenkarte öffnete ich den Wagen drahtlos und konnte den Zündschlüssel aus dem Handschuhfach nehmen. Das Ladekabel verbindet den Wagen mit der Ladesäule, ich zog beide Stecker ab und legte es in den Kofferraum, stieg ein, stellte die Spiegel und den Sitz ein. Zuvor hatte ich bereits die ebenso elektrische Klimaanlage eingeschaltet, denn es war ein warmer Tag, rund 25 bis 26 Grad standen an und der Wagen war von der Sonne aufgeheizt.

Den Ladestand des Wagens konnte ich zuvor online bei Flinkster einsehen, so war sichergestellt, dass ich genug Ladung im Akku hatte, für die angestrebte Strecke.

Peugeot iOn Sitze vorn. Peugeot iOn Sitze hinten.
Die vorderen und hinteren Sitze beim Peugeot iOn.

Der Wagen ist mit einem gestreckten Smart vergleichbar, denn in der Breite baut der iOn vergleichsweise schmal, nur 147 cm, mit einer Länge von 347 cm übertrifft er den Smart um knapp 80 cm, ist jedoch auch als 4-Sitzer konzipiert.

Geöffnete Heckklappe.
Der Kofferraum mit umgeklappten Rücksitzen.
Der iOn mit geöffneter Heckklappe und mit umgeklappten Rücksitzen.

Nach meinen Informationen dient dem Mitsubishi i-MiEV als Basis ein herkömmlicher Verbrenner-Kleinwagen, der jedoch nicht in Europa vertrieben wird.

Die Verarbeitung ist hinsichtlich der Kunststoffe sehr einfach gehalten, wirkt mancherorts auch fast schon "billig", für einen Wagen dieser Preisklasse deutlich zu billig. Nun ja, der Batteriesatz kostet sehr viel Geld und treibt den Fahrzeugpreis in stolze Höhen, aktuell beträgt der Marktpreis für den Peugeot iOn annähernd 23.000 Euro, eine stolze Summe für solche ein "Autochen".

Nun gut, ich könnte noch viel dazu sagen und schreiben, wenn Sie möchten, führe ich das gerne weiter aus, möchte mich aber zunächst auf die Fahreigenschaften beziehen, um Ihnen damit Appetit auf eine Probefahrt zu machen. Sie sollten das wirklich einmal erlebt haben, glauben Sie mir!

geöffnete Motorhaube.
Die geöffnete vordere Haube des Peugeot iOn — hier ist kein Motor.

49 kW (67 PS) bei einem Fahrzeuggewicht von 1.120 kg bei nur einem Gang sprechen nicht für attraktive Fahrleistungen, ich darf Ihnen aber versichern, die Zahlen tun es dennoch, denn ein Drehmoment von 180 Nm, schon aus dem Stand heraus, bewirkt fast Wunder. Sie suchen den Motor? Unter der "Motorhaube" steckt er nicht, denn die vordere Haube ist nur eine Serviceklappe, für den Zugang zur Scheibenwaschanlage, der Bremsflüssigkeit, Klimaanlage und auch der Fahrzeugbatterie, die unabhängig vom Fahrakku ist, wie auch bei meinem Jazz Hybrid. Der Motor wurde unter dem Kofferraumboden verbaut und treibt die Hinterachse an, was die Traktion verbessert, wie auch den Wendekreis reduziert, denn die Vorderräder lassen sich, der fehlenden Antriebswellen wegen, weiter einschlagen.

Der Antrieb wird konventionell gestartet, man steckt den Zündschlüssel in das Zündschloss und dreht ihn um, dabei steht natürlich ein Fuß auf der Bremse, schon ist der Wagen startklar. Nachdem die Fahrstufe "D" geschaltet wurde und man den Fuß von der Bremse nimmt "kriecht" der Wagen schon deutlich los, mit etwas Gas fährt er ganz normal an, sehr leise summend, kaum hörbar.

Tachometer beim Elektrofahrzeug.
Energieflussanzeige bei voller Beschleunigung.

In der Stadt summt der Antrieb leise dahin, man hört ihn fast nicht, auch Windgeräusche spielen bei diesen Geschwindigkeiten fast keine Rolle. Der elektrische Heckantrieb hängt sehr stark am Gas und zieht kräftig an, es bedarf allerhand Disziplin, keine Ampelrennen zu fahren, die man meistens auch gewinnen würde. Im Stadtverkehr ist besondere Umsicht erforderlich, denn der Wagen fährt so leise, dass er gerne überhört wird, ihm fehlt leider eine Fußgänger- und Radfahrer-Klingel oder -Hupe, die der Jazz Hybrid auch gut gebrauchen könnte.

Die Instrumentierung ist recht spartanisch, da kommt der "billige" asiatische Kleinwagen durch, ich meine, man hätte das für ein solches Elektrofahrzeug auch anpassen können, wertiger und informativer gestalten. Der Tacho wird digital mittig angezeigt, im Halbkreis darum herum ein Zeiger, der den Energiefluss anzeigt, ähnlich den Anzeigen des Honda Jazz Hybrid. Links darüber gibt es eine kleine Anzeige, die den Füllstand der Batterie anzeigt, wie auch die eingelegte Fahrstufe, rechts davon eine kleine Anzeige für wahlweise Tageskilometer, Gesamtkilometer oder Restreichweite, bezogen auf die aktuelle Batterieladung. Bei Übernahme des Wagens wurde eine Reichweite von 92 km angezeigt, was darauf hindeutete, dass er zuvor eher normal bis gar sportlich bewegt wurde. Die Anzeige variiert natürlich mit der Fahrweise, bei meiner Fahrweise gibt es Reserve, ich komme also weiter damit.

Ein "Erziehungsprogramm" mit wachsenden Pflänzchen, wie es Honda bietet, gibt es hier leider nicht, nur eine aktuelle Anzeige darüber, wie stark die Batterie gerade belastet oder geladen wird.

Tachometer beim Elektroauto.
Anzeige des Energieflusses beim einer Autobahnfahrt.

Ich "summte" aus der Stadt heraus auf die Autobahn, da der Zeitplan knapp war, musste ich den Wagen schneller fahren und fuhr nun damit erstmals Höchstgeschwindigkeit, 137 km/h standen auf dem Tacho, nach Werksangabe sollten es 130 km/h sein. Der Wagen lief noch immer gut und betont leise, doch nahmen die Windgeräusche an der Karosserie erkennbar zu. An diesem leicht windigen Tag fiel mir auch erstmals auf, dass der Wagen recht empfindlich auf Seitenwind reagiert, aber das kannte ich zuvor schon von meinen Smarts. Die Spurhaltung war gut, bei seitlichen Windböen waren jedoch Lenkkorrekturen erforderlich.

Höchstgeschwindigkeit 137 km/h.
Höchstgeschwindigkeit beim Peugeot iOn.

Bei Vollgas und der noch immer laufenden Klimaanlage leerte sich die Batterie weniger schnell als erwartet, so kam ich mit der berechneten Reichweite sehr gut hin und gewann eine zunehmend größere Reserve. Der iOn summte leise und flott über die Autobahn.

In Summe fuhr ich mit dem Peugeot iOn 84 km, bei der Ankunft am Hauptbahnhof Frankfurt standen noch 22 km Restreichweite auf der Anzeige. Ich hatte die Fahrt mit dem E-Mobil wieder sehr genossen und dachte mir wieder einmal, er wäre für mich auch ein gutes Autochen gewesen, jedoch ohne die Option, damit Urlaubsfahrten bestreiten zu können, dafür hätte ich dann eine längere Miete im CarSharing Fuhrpark oder bei einem Autovermieter vornehmen müssen. Dies kann ja auch Vorteile haben, beispielsweise in Form eines Cabrio Wagens. Wie dem auch sei, ich werde auch künftig gerne E-Mobile buchen, andernorts hatte ich auch schon den Renault Zoe, zu dem ich auch gerne berichten kann, falls Sie, verehrte Leser/-innen, Interesse daran haben.

Die erste anstehende Wartung meines Honda Jazz IMA Hybrid wird durchgeführt

Am 29. Mai suchte ich mit meinem Wagen das Autohaus Nau in Marburg auf, denn die erste Wartung meines Wagen war fällig, sie kündigte sich lange zuvor an. Grob überschlagen rechnen Sie bei diesem Honda Fahrzeug mit etwa 25 bis 30 Tagen, je nach Fahrleistung. Der Bordcomputer errechnet die Fälligkeit in Tagen oder Kilometern, bei mir als Vielfahrer in Kilometern. Es ist zu vermuten, dass der Bordcomputer eine durchschnittlich tägliche Kilometerleistung mit 30 Tagen multipliziert und dann entsprechend rechtzeitig anzeigt.

Die Wartung ist überfällig.
Die Wartung ist überfällig.

Ich hatte die Fälligkeit der Wartung mit 20.000 km im Kopf, warum auch immer, vermutlich hatte ich mich dazu nicht präzise genug belesen, den Wartungsnachweis der Übergabeinspektion bei Auslieferung des Wagens nicht richtig interpretiert. Dort war die Rede von etwa 20.000 km oder einem Jahr, verbunden mit dem Hinweis auf das Wartungsinformationsdisplay (WID). Bisher deckte sich die Anzeige der verbleibenden Strecke bis zur Wartung, addiert mit dem Tachostand, näherungsweise mit der 20.000 km Marke. Je näher ich nun der Wartung kam, desto deutlicher wurde die Abweichung.

Am 25. Mai wurden mir bei Tachostand 19.682 km bis zur nächsten Wartung -2 km angezeigt, verbunden mit dem Hinweis, dass die Wartung überfällig ist, am 27. Mai waren es dann -116 km bei Tachostand 19.797, daraus ergibt sich noch eine gemeinsame Fälligkeit der Wartung bei 19.680 km.

Der Service ist fällig. Die fällig Wartung mit Hinweis AB.
Tachoanzeige mit Hinweis auf die Wartung.

Mit einem Tachostand von 20.056 km übergab ich den Wagen am 29. Mai an die Firma Nau in Marburg zur Wartung. Dem Info-Display des Bordcomputers entnahm ich eine überfällige Wartung seit 375 km, somit hatte sich an der Fälligkeit der Wartung nichts geändert. Die Anzeige der Fälligkeit erschien mir nicht dynamisch, denn die Fälligkeit blieb konstant, bezogen auf die 19.680 km. Ich werde dieses Verhalten bis zur nächsten Fälligkeit beobachten, denn ich erhielt den Wagen mit Tachostand 20.070 km aus dem Service zurück und das Display zeigt 19.900 km bis zur nächsten Fälligkeit an, vermutlich auf Hunderter-Stufen abgerundet.

Zurück zur Abgabe des Wagens. Ich deaktivierte die eingebaute DashCam, aus Gründen des Datenschutzes, eine Aufzeichnung in der Werkstatt wäre nicht in Ordnung, entnahm dem Bordbuch das Serviceheft und ging damit zur Anmeldung. Da ich pünktlich war, wurde ich bereits erwartet, die Annahme meines Wagens war ebenso vorbereitet, wie auch der Ersatzwagen, mir wurde ein fast neuer Opel Corsa 1,4 anvertraut, noch keinen Monat alt und etwa 340 km auf dem Tacho. Mein Führerschein wurde gesichtet, dann erhielt ich den Schlüssel für den Corsa und wurde zur Serviceannahme gebeten. Mein Wagen stand schon in der Halle und ein Meister erwartete mich, um mich nach Mängeln am Wagen zu befragen, ich konnte keine benennen. Er schaute sich auch die Bremsbeläge und andere Details an, schrieb den Serviceauftrag und wir plauderten noch kurz über die Vorzüge des Wagens, der auch in dieser Werkstatt eher selten anzutreffen ist.

Ich sprach noch die kleine Schramme an der Beifahrertür an, zu der ich in meinem Bericht zum Monat Februar 2015 berichtete. Der Meister schaute sich die Schramme an und riet mir zu etwas Politur, damit sollte die Lackschramme zu beseitigen sein, man könne das gut selbst machen. Gut, ich werde das gelegentlich versuchen und wundere mich darüber, dass man mir nicht gleich ein Angebot zur kostenpflichtigen Beseitigung macht. Das ist sehr lobenswert, die Firma Nau legt offenbar Wert auf ehrliche Serviceleistungen, möchte zufriedene Kunden und generiert nicht um jeden Preis Umsatz. Wie erwähnt, ich werde es zunächst mit diesem Ratsschlag selbst versuchen, dann sehen wir weiter. Selbstverständlich wird mit der Politur nur die Schramme beseitigt, die winzige Delle lässt sich damit nicht beheben, ich bewerte diese aber auch nicht wirklich als störend.

Die Abholung meines Wagen vereinbarte ich für 13 Uhr, wie zuvor auch angekündigt, dann machte ich mich mit dem Corsa auf den Heimweg. Die Bedienung des Opel Corsa E war mir recht vertraut, sie lehnt sich sehr an das D-Modell an, welches ich auch schon gefahren hatte.

Nicht unpraktisch ist das Prinzip der Firma Nau, die Ersatzwagen unbetankt auszugeben, so soll der Kunde auch nur die selbst benötigte Menge nachtanken, die er für seine Fahrten verbrauchen wird. Für den Wagen selbst erfolgte keine Berechnung, toller Service, zumal ich auch Neukunde bei der Firma Nau bin und meinen Jazz dort nicht gekauft habe.

Gegen 13 Uhr fand ich mich wieder in Marburg bei der Firma Nau ein. Nebenbei möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass Marburg ein sehr schönes altes Städtchen in Mittelhessen an der Lahn ist. Marburg hat eine lange Geschichte, ein Landgrafen Schloss, eine recht bekannte Universität und viele Fachwerkhäuser. In der Oberstadt gibt es viele Gassen mit kleinen Geschäften und Lokalen, sowie einen tollen Blick über die Stadt.

Nun gut, zurück zum Wagen. Er stand bereits auf dem Parkplatz der Firma Nau. Ich parkte den Corsa Ersatzwagen auf einem der dafür vorgesehenen Parkplätze und begab mich zur Service-Annahme, um den Schlüssel des Corsa abzugeben, sowie meinen eigenen abzuholen. Ich erhielt meinen Schlüssel zurück und die Checkliste der Wartung, alles wurde ohne Auffälligkeiten abgearbeitet, Mängel und Defekte wurden nicht vorgefunden. Eine Rechnung erhielt ich nicht, die Wartung wurde mit dem Service-Paket verrechnet, welches ich beim Kauf des Wagens mit erworben hatte.

Ich stutzte später zu Hause darüber, dass die Firma Nau auch keinen Beleg der Arbeiten, den Honda "Elektronischer Servicenachweis" nennt, als Ausdruck im Serviceheft abgelegt hatte. Im Heft befindet sich auf der letzten Seite eine Folientasche, in der diese Belege gesammelt werden. Ergänzend dazu archiviert Honda zentral die gemeldeten Daten, so können alle Servicebetriebe im Händlernetz darauf zugreifen.

Da mir dieser Umstand erst einige Tage später aufgefallen ist, habe ich eine diesbezügliche Abfrage an die Firma Nau gerichtet, verbunden mit der Bitte, falls möglich, mir auch eine Kopie der Rechnung zuzusenden.

Bin ich hier etwas zu genau, werden Sie sich vielleicht fragen? Vermutlich schon, aber ich habe in diesen Dingen gerne Ordnung und zweifele grundsätzlich die Echtheit von Serviceheften an, wenn die Einträge darin nicht durch Belege verifiziert werden können, ein Serviceheft ist recht einfach zu fälschen. Blankohefte kann man käuflich erwerben, beliebige Stempel für wenig Geld beim Stempeldienst anfertigen lassen. Bei Gebrauchtwagen achte ich penibel darauf; bei einem ehemaligen Leasingwagen, insbesondere aus privater Hand, noch sehr viel mehr. Hier ist aus meiner Sicht die Versuchung, zur Vermeidung einer Nachzahlung bei Überschreitung der vereinbarten Laufleistung, den Tacho zu manipulieren, sehr groß, wie ich unterstelle.

Mein Wagen zeigte bei Abgabe im Wartungsdisplay "AB" an, der mir ausgehändigte Wartungsplan führt alle Wartungspunkte auf, abgehakt wurden aber nur die "WIS B-Punkte", während "WIS A" ergänzend den Wechsel des Motoröls und des Ölfilters fordert. Dieser Punkt wurde nicht abgehakt, der verschmutzte Ölfilter und der Öl-Füllstand im Motor rundeten das Bild ab, auch hierzu fragte ich bei der Firma Nau an, nachdem mir dieser Umstand erst einige Tage später aufgefallen war, bei genauer Sichtung der Papiere.

Der erhaltene Wartungsplan dokumentiert auch den Zustand der Bremsbeläge, so wurden für die Vorderachse 70% und 80% für die Hinterachse dokumentiert. Ich vermute, es handelt sich hierbei um eine Schätzung und bewerte die Angaben vorläufig nicht, denn ich bremse sehr wenig, fahre überwiegend konstant und schone damit enorm die Bremsen, so leiden diese an meinen Fahrzeugen eher durch Rost, anstelle der Abnutzung. Die Zeit wird es zeigen, 100.000 km sollten kein Problem sein, gewöhnlich wechsele ich diese eher bei etwa 120.000 km.

Zu den offenen Fragen des Wartungsnachweises, wie auch der Rechnungskopie, werde ich im nächsten Monat berichten.

Tachometer. Verbrauchshistorie des Bordcomputers.
Verbrauchshistorie des Bordcomputers.

Meinem Wagen habe ich nun einen Tachostand von 20.070 km entnommen, somit hat eine Probefahrt über 14 km stattgefunden und so soll das auch sein. Der Verbrauchshistorie des Bordcomputers kann ich entnehmen, dann mein Wagen umsichtig gefahren wurde, die Balken befinden sich im moderaten Bereich, so sehe ich das gerne. Bei Kurzstrecken steigen die Balken auch gerne mal deutlich an, es fehlt offenbar die Fahrzeit zur Kompensation.

Auf der Windschutzscheibe, über dem Tacho, finde ich einen kleinen Fettfleck vor, vermutlich von einer Stirn, als jemand hinter den Rückspiegel schauen wollte, weil er dort oberhalb ein Kabel entdeckte. Meine DashCam habe ich sehr diskret angebracht, sie verbirgt sich hinter dem Innenspiegel, aber das Kabel vom Dachhimmel zu ihr lässt sich nicht unsichtbar machen. In meinem Bericht zum Februar 2015 hatte ich darüber berichtet. Von außen ist die Kamera durch die Scheibe auch schwer zu erkennen, da je nach Lichtsituation die Scheibe mehr oder weniger spiegelt. Wie dem auch sei, ich hätte auch nachgeschaut, wozu da ein Kabel zum Innenspiegel führt. Das nächste mal werde ich versuchen, daran zu denken, vor Abgabe des Wagens, das Stromkabel an der Kamera abzuziehen, damit noch deutlicher wird, dass sie nicht in Betrieb ist.

Nächste Wartung bei 19.000 km. Eco-Modus auf Null gestellt.
Hinweis auf nächste Wartung und ECO-Modus resettet.

Die Wartungsanzeige gibt aus, dass der nächste Service, Stufe "B", in 19.900 km fällig ist.

Ich hatte schon zuvor beschlossen, nach der Wartung und nun auf Sommerreifen, die Eco-Auszeichnungen neu zu "erfahren", also die Pflänzchen im Display wieder wachsen zu lassen, denn seit Tausenden von Kilometern habe ich die höchste Stufe erreicht. Es ist anzunehmen, dass ich nun die drei Auszeichnungen leichter einfahren kann, der Wagen ist einfahren, die Sommerräder rollen leichter und die Lufttemperaturen sind höher. Lassen wir uns überraschen, ich lasse Sie daran teilhaben.

Die Rücksetzung der Anzeige nahm ich noch auf dem Hof der Firma Nau vor, sie erfolgte daher bei Tachostand 20.070 km. Die Prozedur der Rücksetzung habe ich mir zuvor in Kurzform notiert, sie ist relativ einfach, ohne eine Anleitung würde man aber nicht darauf kommen. Die Prozedur löscht die Blätter an den Pflänzchen und die Auszeichnungen, bzw. Gesamtpunkte, damit beginnt die Bewertung der Fahrweise wieder ganz von vorne, so möchte ich das haben.

Der Ablauf zur Rückstellung der ECON Bewertung:

  • Zündung einschalten, den Motor aber nicht starten
  • ECON-Funktion mit der zugehörigen Taste links unten am Armaturenbrett ausschalten, falls nicht bereits ausgeschaltet
  • Zündung ausschalten
  • Zündung einschalten, den Motor aber nicht starten, dann innerhalb von 30 Sekunden die folgenden Schritte abarbeiten
  • Bremspedal zwei mal kurz betätigen, die Tacho Hintergrundbeleuchtung wechselt von blau auf grün
  • ECON-Taste zwei mal kurz drücken, damit erlischt die Tacho Hintergrundbeleuchtung und alle bisher bewerteten Fahrdaten werden gelöscht
  • Zündung ausschalten

Sie sehen, man kommt selbst ganz bestimmt nicht auf diesen Ablauf, wenn man ihn aber kennt, ist er schnell abgearbeitet und man kann danach wieder, mit defensiver Fahrweise, neue Pflänzchen wachsen lassen, man wird also wieder vom Bordcomputer bewertet.

Inzwischen wieder zu Hause angekommen, nahm ich für meine Langzeitbetrachtung die Öl-Füllstände auf. Der Füllstand am Peilstab des Motoröls betrug rund 85 bis 90%, der des CVT-Getriebes 100%, diese Füllstände sind also unverändert, im Vergleich zu jenen vor der Abgabe des Wagens.

Auf den ersten 20.000 km wurde von mir kein Öl nachgefüllt, ich gab den Wagen mit einem Füllstand von rund 85% Öl im Motor und 100% im Getriebe zum Service, der Motor verbrauchte damit auf 20.000 km nur rund 15% am Peilstab. Die Füllmenge zwischen den Minimum- und Maximum-Markierungen ist mir nicht exakt bekannt, bewegt sich gewöhnlich aber etwa im Bereich von einem Liter, somit ergibt sich bei mir ein Ölverbrauch auf 20.000 km von maximal 0,15 l, sensationell wenig.

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