Statistik Juli 2015. Lüftung und Klimatisierung bei hochsommerlichen Temperaturen.

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Statistik Juli 2015. Lüftung und Klimatisierung bei hochsommerlichen Temperaturen.


Die Bedienelemente der Klimatisierung. Statistik Juli 2015

In diesem Monat legte ich mit meinem Wagen etwa 3.250 km störungsfrei zurück, der errechnete Durchschnittsverbrauch betrug, bezogen auf die etwa 141 Liter verbrauchten E5 Treibstoff, 4,38 l/100 km bzw. 102 g/km CO2. Ich bin noch immer sehr zufrieden, denn ich liege mit dem erzielten Monatsmittel unter der Werksangabe, die im Mix mit 4,5 l/100 km beziffert wird. Mein Verbrauchswert resultiert aus dem Alltagsgebrauch, er wurde nicht auf der Rolle "gefahren", zudem war überwiegend die Klimaanlage aktiviert, dem hochsommerlichen Wetter des Monats geschuldet. Ich bin begeistert, denn bei meinen bisherigen Fahrzeugen war der Kraftstoffverbrauch beim Einsatz der Klimaanlage deutlich erhöht.

Hochsommerliche Temperaturen fordern die Klimatisierung und Lüftung, überfordern sie aber nicht

Man kann sicherlich feststellen, dass der Monat Juli uns allen einheizte, die Temperaturen stiegen überwiegend auf über 30 Grad, so war die Klimatisierung unserer Wagen stark gefordert, so sie denn über eine solche verfügen. Mein Erdgas Panda hat leider keine, selbst mit offenen Fenstern war es darin unangenehm warm, zudem steigt der Kraftstoffverbrauch durch den erhöhten Luftwiderstand. Bei meinem Jazz Hybrid beobachte ich eher das Gegenteil, der Kraftstoffverbrauch sinkt bei steigenden Temperaturen, oftmals selbst bei aktivierter Klimaanlage und selbstverständlich geschlossenen Scheiben.

Rein logisch kann ich den sinkenden Kraftstoffverbrauch bei steigenden Temperaturen nicht nachvollziehen, denn die Zylinderfüllung sollte bei niedrigeren Temperaturen ja höher sein, daher verwendet man oftmals bei Turboladern einen Ladeluftkühler zur Leistungssteigerung des Motors. Andererseits, der eingespritzte fein zerstäubte Treibstoff kann an kalten Zylinderwänden kondensieren und damit nicht mehr verbrannt werden, doch scheint mir dieser Effekt nur beim Kaltstart problematisch, daher wird hier mehr Kraftstoff eingespritzt, um ein "fetteres" Gemisch zu erzeugen.

Wie dem auch sei, Ausgangspunkt dieser Betrachtungen waren die hochsommerlichen Temperaturen, die meinen Wagen nur zu oft in eine Sauna verwandelten, insbesondere dann, wenn er in der Sonne parkte, was oftmals unvermeidbar war. Daran hat sicherlich die schwarze Lackierung ihren Anteil, wie auch die teilweise sehr geneigten Scheibenflächen, insbesondere die der Windschutzscheibe, die auch für die schnittige Front des Wagens steht, die sich fast keilförmig in den Fahrtwind schmiegt.

Der Innenraum des Wagens heizt sich stark auf, objektiv messbar ist das im Vergleich zu anderen Fahrzeugen eher nicht, subjektiv aber eben doch. Dennoch, der Wagen hat fünf Türen, somit lässt er sich einfach und schnell etwas lüften. Wenn es die Örtlichkeiten erlauben, können auch die Fenster rundum einen Spalt breit geöffnet werden, ich habe dies auch oft etwa eine Stunde vor der Fahrt getan. Der Wagen hat allerlei Komfort Funktionen, doch an eine Fensteröffnung/-schließung via Funkfernbedienung des Zündschlüssels haben die japanischen Ingenieure leider nicht gedacht. In meiner Fahrzeugklasse findet man das kaum vor, so hatte ich diese Funktion bisher bei keinem meiner privaten Wagen, dennoch empfinde ich diese Funktion als ungemein nützlich, sie würde auch meinen Honda Jazz aufwerten.

Nun gut, ich habe zwei gesunde Beine und Füße, also ging ich zum Wagen und öffnete rundum die Scheiben etwas, damit die Stauwärme entweichen konnte. Nach dem Start des Motors sprach die Klimatisierung schnell an, vorausgesetzt natürlich, dass diese auch aktiviert wurde. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten, so kann die Klimatisierung manuell mit der A/C-Taste aktiviert werden, oder eben durch die Betätigung der AUTO-Taste, die die Klimaautomatik aktiviert.

Die Bedienelemente der Klimatisierung.
Die Bedienelemente der Klimatisierung.

Der Sonnensensor für die Klimaanlage.
Der Sonnensensor für die Klimatisierung.

Beide Möglichkeiten gestatten die Vorwahl der gewünschten Innenraumtemperatur. Wie der Automatikmodus vermuten lässt, regelt er automatisch, auf Basis der vorgewählten Innenraumtemperatur, die Steuerung der Lüftungsdüsen, die Leistung des Lüftungsgebläses, wie auch die Umluftklappe. Sensorisch werden die Umgebungsbedingungen über einen Sonnenstandssensor vorne rechts auf dem Armaturenbrett erfasst, unterhalb des Armaturenbretts vor dem Schalthebel mittels eines Innenraum-Temperaturfühlers, sowie außen im Vorderwagen mittels eines Außentemperaturfühlers.

Die Lüftungs- und Klimatisierungsautomatik basiert vermutlich auf programmierten Kennlinien, absolut schlüssig erscheinen mir diese nicht immer, doch dazu etwas später im Beitrag mehr.

Rein subjektiv, wird die Lüftung im Wagen, insbesondere bei aktivierter Klimaautomatik, von meiner Frau als zugig empfunden, selbst in der kühleren Jahreszeit, wenn der Innenraum beheizt wird. Ich habe etwas bessere Eindrücke gewonnen, reagiere vielleicht weniger empfindlich auf Zug, zudem erkenne ich an diesem Wagen derart viele positive Aspekte, dass ich dieses kleine Manko souverän toleriere.

In der kalten Jahreszeit hatte ich keine Probleme mit der Lüftung, vielleicht auch deshalb, weil ich erst im Frühjahr registrierte, dass die Klimatisierung dabei immer aktiv war und daher auch der Innenraum trocken blieb, die Scheiben also keinen Beschlag zeigten. Der Kraftstoffverbrauch war gut, aber nicht optimal, ich versuche dies in der kommenden kalten Saison besser zu meistern, auf die Automatik zu verzichten, manuell zu regeln.

Bedienelemente zur manuellen Einstellung der Klimaanlage.
Bedienelemente zur manuellen Einstellung der Klimaanlage.

Mittels einer Diktat-App habe ich nun verschiedene Beobachtungen unterwegs dokumentiert, um diese nun in der Nachbetrachtung darstellen zu können.

Vorwahl der gewünschten Innenraumtemperatur 23 Grad. Bedienelemente der Klimatisierung. Bordcomputer zeigt eine Außentemperatur von über 30 Grad.
Vorgewählte Temperaturen der Klimaautomatik und hohe Außentemperatur.

Am Abend des 2. Juli zeigte der Bordcomputer 25 Grad Außentemperatur an, für den Innenraum hatte ich 22 Grad vorgewählt. Beim Start des Wagens schaltete die Automatik auf den Umluftbetrieb, die oberen mittleren Luftdüsen im Armaturenbrett und eine mittlere Lüftergeschwindigkeit. Die Dämmerung setzte ein, so schien die Sonne nicht mehr auf den Sonnensensor. Nach etwa zehn Kilometern Fahrtstrecke fiel die Außentemperaturanzeige auf 20 Grad, während ich inzwischen die des Innenraums auf 23 Grad angehoben hatte. Sonderbar blieb für mich, dass die Automatik im Umluftbetrieb blieb, wie auch auf den oberen mittleren Lüftungsdüsen, lediglich die Lüftergeschwindigkeit wurde auf Stufe zwei abgesenkt, von sieben möglichen Leistungsstufen. Ich kann keinen plausiblen Grund erkennen, warum die Automatik im konkreten Fall so reagierte, es erscheint mir absolut unlogisch, zumindest im Hinblick auf die Umluftschaltung. Die Automatik arbeitet recht gerne im Umluftbetrieb, wie Sie gleich an weiteren Beispielen erkennen werden.

Am Morgen des 3. Juli zeigte der Bordcomputer eine Außentemperatur von 30 Grad, während ich für den Innenraum 22 Grad vorgewählt hatte. Ich hätte jetzt eine hohe Lüfterstufe erwartet, doch die Lüftung arbeitete auf Stufe zwei von sieben und das natürlich im Umluftbetrieb. Die Sonne schien nicht auf den Sonnensensor.

Was war hier nun anders, als die Gegebenheiten am Vorabend? Die Lüftung müsste deutlich stärker arbeiten, bei acht Grad Differenz, am Vorabend war der Innenraum um drei Grad wärmer als die äußere Umgebung, bei gleicher Lüfterdrehzahl. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Tageszeit auch Einfluss in die Steuerung nimmt, sicherlich auch nicht über die reale Uhrzeit, die über die Vernetzung mit dem Radio verfügbar sein könnte.

Am 4. Juli wurde es noch sonderbarer, denn die Vorwahl für den Innenraum hatte ich auf 23 Grad eingestellt, während auch die Außentemperatur mit 23 Grad angezeigt wurde. Die Klimatisierung wählte die kleinste Lüfterstufe eins, die mittleren oberen Lüftungsdüsen und keinen Umluftbetrieb, arbeitete also mit Frischluft. Die Sonne schien am frühen Morgen noch nicht auf den Sonnensensor. Nach etwa 20 km Fahrt wählte die Klimaautomatik dann doch den Umluftbetrieb, die Außentemperatur betrug inzwischen 24 Grad und die Sonne stieg langsam höher, schien damit zeitweise etwas auf den Sonnensensor.

Vorwahl der gewünschten Innenraumtemperatur 25 Grad.
Einstellung der Klimaanlage: 25 Grad im Auto …

Bordcomputer zeigt eine Außentemperatur von 36 Grad.
… bei 36 Grad Außentemperatur.

Diese Szenarien zeigen beispielhaft, dass das Verhalten der Klimaautomatik oftmals nachvollziehbar und logisch erscheint, manchmal jedoch nicht. Die Anlage erscheint mir durchdacht und gut konstruiert, lediglich die Programmierung dürfte etwas angepasst werden, oder sollte gar vom Anwender anpassbar sein. Für Anwendungszeiten außerhalb des Sommers wünsche ich mir den Automatikbetrieb ohne Klimatisierung, doch dies ist leider nicht möglich, so regele ich dann manuell, um nicht unnötig Treibstoff zu verschwenden, zumindest wenn der ECON-Modus aktiviert ist, man also betont ökonomisch fahren möchte.

Dies zu meinen Beobachtungen, doch was sagt Honda im Fahrerhandbuch dazu?

Ab Seite 195 wird die Klimatisierung beschrieben, die bei jeder Witterung für Wohlbefinden der Insassen sorgen soll. Meine Beobachtungen dazu habe ich Ihnen vorstehend beschrieben, Honda stellt die Vorzüge der Anlage selbstverständlich positiver dar.

Eingangs ist festzustellen, was eigentlich selbstverständlich ist, die Klimatisierung arbeitet natürlich nur bei laufendem Motor, also dem Verbrennungsmotor, denn der elektrische Antrieb ist fest daran gekoppelt und somit eigenständig nicht betriebsfähig.

Man soll dann die AUTO-Taste drücken und die gewünschte Temperatur wählen, alles andere erfolgt automatisch und das ist ja nun auch so.

Honda macht nicht wirklich deutlich, dass die Klimaautomatik immer auch mit dem Klimakompressor arbeitet, der aus meiner Sicht unnötig den Verbrauch erhöht, wenn es denn eben nichts zu kühlen oder zu trocknen gibt. Honda schreibt dazu nur, das die Anlage automatisch gekühlte und/oder erwärmte Luft mischt, um den Innenraum zu temperieren, mir erscheint diese Aussage zu wenig konkret.

Halbautomatischen Betrieb versteht Honda dann, wenn der Nutzer in die Klimaautomatik eingreift, dabei erlischt die "AUTO"-Anzeige im Display. Unter einem Eingriff des Nutzers versteht man hier beispielsweise die manuelle Änderung der Lüfterdrehzahl, die Abschaltung der Klimaanlage zum Verzicht der Kühlung und natürlich auch die Frischluft/Umluft Umschaltung.

Bemerkenswert finde ich zur Umluftfunktion den Hinweis von Honda, dass das System unter fast allen Umständen den Frischluftmodus bevorzugt. Dies deckt sich kaum mit meinen Beobachtungen, denn selbst bei etwas niedrigerer Außentemperatur, in Bezug auf die gewählte Innenraumtemperatur, bevorzugt meine Klimaautomatik leider den Umluftmodus.

Eine Besonderheit ist die Defroster-Taste (Front) direkt rechts neben dem Info Display der Klimaautomatik, denn mittels dieser Taste aktiviert sie die Lüftungsdüsen an den Scheiben, schaltet auf eine hohe Lüfterdrehzahl und Frischluftzufuhr, zudem wird die Klimaanlage aktiviert. Diese Funktion ist sehr praktisch, mit einem Tastendruck bekommt man sehr schnell die Scheiben frei, sollten diese einmal Vereisung oder Beschlag aufweisen. Selbstverständlich "merkt" sich die Steuerung die vorherige Einstellung und aktiviert diese nach Aufhebung der Defroster-Taste wieder, ich empfinde das als sehr komfortabel, da haben die Ingenieure gut mitgedacht.

Im Hinblick auf die verschiedenen Belüftungsdüsen möchte ich noch anmerken, dass die Düsen an den Scheiben nicht alleine aktiviert werden können, sie lassen sich nur zusammen mit den Bodendüsen schalten, ausgenommen natürlich der Defroster-Taste, die nur auf die Scheibendüsen schaltet, dies jedoch mit sehr hoher Lüfterdrehzahl, was auf Dauer wenig komfortabel wäre, da laut und zugig, aber sehr effektiv.

Die Lüftung und Klimatisierung lässt sich mit der ON/OFF-Taste auch komplett abschalten, doch wirklich sinnvoll erscheint das nicht, wenigstens mit geringster Leistung sollte die Lüftung immer arbeiten, um die verbrauchte Luft im Wagen auszutauschen.

Erste Auszeichnung der ECON Fahrbewertung erhalten

Lorbeerkranz der ECON Fahrbewertung. Das erste Kästchen der Balkenanzeige ist gefüllt. ECON Fahrbewertung bei Tachostand 22.830 km.
1. Auszeichnung der ECON Fahrbewertung.

Am 3. Juli war es soweit, ich hatte die Erste Auszeichnung der ECON Fahrbewertung erhalten, bei Tachostand 22.830 km. Die Auszeichnung wird kurz als Lorbeerkranz angezeigt, darin eingeschlossen eine Pflanze mit zwei Blattreihen, jedoch noch ohne Blüte. Das erste Kästchen der Balkenanzeige war vollständig gefüllt und das zweite Kästchen begann sich zu füllen. Die Darstellung der Auszeichnung wurde kurz nach Abschalten der Zündung angezeigt, für wenige Sekunden. Hätte ich die Ankündigung dessen nicht beachtet, hätte ich nicht schnell genug eine Kamera zur Hand gehabt, um die Anzeige im Bild festzuhalten.

Vorschau auf den Monat August

Im September des Jahres erneuert Honda auch in Deutschland den Jazz, so werde ich mich mit dem Modellwechsel befassen.

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